Zypern – Classic Motorcycle Museum

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Fünf Tage haben wir in Zypern verbracht. Eine traumhafte Insel mit köstlichem Essen, liebevollen Menschen, Oliven und Zitrusfrüchten. Wunderschöne Dörfer, interessante Sehenswürdigkeiten, warmes Sonnenwetter und ein ganz besonderes Museum. Zwar waren meine Frau und ich mit dem Auto unterwegs. Aber der Gedanke, durch diese wunderschöne Landschaft mit dem Motorrad zu fahren, plagte mich die ganzen Ferien.

In diesem Beitrag erzähle ich euch von einem ganz besonderen Museum und dessen einmaligen Besitzer.

Unser kleines Ferienapartment hatten wir in Tochni. Ein sehr kleines Dorf, wo es neben einer wunderschönen Kirche und einer Taverne nicht viel mehr zu sehen gibt. Von dort aus sind wir mit dem Auto an verschiedenste Orte in Zypern gefahren.

Zypern – Museum für klassische Motorräder

Als wir mit dem Auto in Nikosia angekommen sind und auf einem dieser 3-Euro-für-den-ganzen-Tag-Parkplätzen geparkt hatten, war der eigentliche Plan, zu Fuß über die Grenze in den von den Türken besetzten Teil von Zypern zu gehen.

Das kleine Tor zum Paradies

Wie es der Zufall so wollte

Aber die griechischen Motorrad-Götter hatten einen anderen Plan für mich. Auf dem Weg zur Grenze sind mir Wegweiser zum „Motorcycle Museum“ aufgefallen. Ehe ich mich versah, stand ich vor einem unscheinbaren grünen Tor an einer ganz normalen Straßenecke. Ein rotes Logo an der Wand war der einzige Hinweis, dass sich hier vielleicht ein Museum verbirgt. Vor dem Museum auf der anderen Strassenseite ein junger Mann der an einem BMW mit Seitenwagen arbeitete. Gleich neben dem Tor eine Tür vor der ein grosser langhaariger Mann mit einem freundlichen Lächeln stand.

Andreas der die Tore für mich öffnet

Ist das ein Motorrad Museum?

Ob hier das Motorrad-Museum ist, wollte ich wissen. Er bejahte die Frage und fragte mich, ob ich Motorrad fahre. Daraufhin zeigte ich ihm mein Umbauprojekt und schon waren wir Feuer und Flamme. Es war Sonntag und das Museum eigentlich geschlossen. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, ihn zu fragen, ob ich nicht doch einen Blick hineinwerfen dürfe. Er konnte es ebenfalls nicht lassen, mir eine private Tour durch das Museum zu geben. Als der Lichtschalter kippte, war es geschehen, ich war im Motorrad-Himmel.

Und das ist erst der Anfang

Andreas Nicolaou

Andreas Nicolaou, der Besitzer des Motorrad-Museums, saß mit 12 Jahren bereits auf dem Motorrad und begann mit 15 Jahren, Motorräder zu sammeln. In seiner Sammlung befinden sich mehr als 400 Motorräder aus den Jahren 1914 bis 1983. Diese beinhalten bekannte Namen wie AJS, MV Agusta, Matchless, Norton, BSA, Triumph, Ariel, BMW, James, Moto Guzzi, Royal Enfield und noch viele mehr.

es geht noch weiter…

Zu den ausgestellten Motorrädern gehören drei Polizeimotorräder, die als Eskorte für Erzbischof Makarios dienten. Ein weiteres Motorrad gehörte dem ersten zypriotischen Motorradchampion von 1970 bis 1973, dem türkischen Zyprioten Zeki Isa. Außerdem gibt es Militärmaschinen aus dem Zweiten Weltkrieg und viele andere faszinierende Exponate.

Hinter jedem Motorrad steckt eine Geschichte

Ein Muss für jede:n Motorrad-Fan und für die 5 Euro Eintritt bekommt ihr einen Einblick in eine unbezahlbare Motorrad Historie. Ganz ehrlich, am liebsten wäre ich den ganzen Abend dort geblieben und hätte mit ihm gequatscht.

Andreas vermietet nämlich auch Unterkünfte, von welchen aus man Motorradtouren in Zypern machen kann. Ausserdem hat er gute Kontakte um Motorräder zu mieten für solche Touren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dies noch machen werde.

Interessantes über Andreas, was nicht auf seiner Webseite zu finden ist: Seine ganze Familie fährt Motorrad, und das seit Generationen. Sein Großvater war im Zweiten Weltkrieg Motorradfahrer für Zypern. Sein Vater, wenn ich ihn richtig verstanden habe, war Motorradfahrer bei der Polizei. Von seinen acht Brüdern fahren auch alle Motorrad, und natürlich auch all seine Söhne. Eine echte Motorradfahrerfamilie. Ach ja und wer möchte, kann 4 zypriotische Briefmarken kaufen, welche seine Motorräder drauf haben 🙂

Wer also das nächste Mal in Nikosia ist, sollte unbedingt einen Besuch abstatten bei Andreas.

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